Kernprojekte

Hier finden sie einen Überblick über die zentralen Jubiläumsprojekte zum 300. Geburtstag der Charité, der seinen Höhepunkt in der Festwoche vom 6.10.- 15.10.2010 fand.

Festwoche

zum 300. Jubiläum der Charité

Motto „Freiheit und Verantwortung von Wissenschaft“

Als Höhepunkt des 300. Geburtstags gestaltete die CharitéUniversitätsmedizin Berlin in der Zeit vom 6. Oktober bis zum 15. Oktober eine gemeinsame Festwoche mit der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für die Berlinerinnen und Berliner wurde einiges geboten. Neun Tage lang sind Forscherinnen und Forscher, Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe in Berlin zusammenkommen, um nicht nur über aktuelle Fragen der Wissenschaft, sondern auch über philosophische, wirtschaftliche und weltpolitische Aspekte des Menschenrechts auf Gesundheit debattieren.
Alle Termine auf einen Blick:
Mittwoch, 6. Oktober
Eröffnung der Jubiläumsfestwoche mit Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und Abendkonzert in der Philharmonie
Freitag, 8. Oktober
Jubiläumskongress der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V. zum Thema „Fühlen – Denken – Handeln: Dominiert die Neurowissenschaft unser Menschenbild?“ im Langenbeck-Virchow-Haus
Freitag, 8. Oktober und Samstag, 9. Oktober
Umwelttage 2010 am Campus Charité Mitte, Versorgungszentrum
Samstag, 9. Oktober
Tag der offenen Tür der Charité an den Campi Benjamin Franklin, Charité Mitte und Virchow-Klinikum
Kongress der Berliner Kliniken und der Berliner Krankenhausgesellschaft
„Für die Gesundheit - 300 Jahre Krankenhausversorgung in Berlin“ im Langenbeck-Virchow-Haus                                                                                   Jubiläumstreffen der Alumni der Charité in der Anatomie
Sonntag, 10. Oktober
Sonntagsvorlesung „Pathologie – gestern und heute“, Großer Hörsaal im Bettenhochhaus am Campus Charité Mitte                                                     Sonntag, 10. Oktober bis Mittwoch, 13. Oktober
World Health 2010 Summit im Langenbeck-Virchow-Haus
Montag, 11. Oktober
Berliner Wirtschaftsgespräche: "Berlin trifft Singapur – Gesundheit als Leitmotiv einer Wissensgesellschaft", Deutsche Kreditbank AG
Mittwoch, 13. Oktober
Tag der Pflege „Historie der Pflegeberufe an der Charité“, Hörsaalruine im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité                                                  Abschluss der Ringvorlesung „300 Jahre Charité – Evolution der Medizin“ zum Thema „Früherkennung und Frühintervention: Früher oder später – Molekulare Diagnostik“ mit vorgeschaltener  Prämierung des Schülerwettbewerbs „Zeitreise Charité“ im Langenbeck-Virchow-Haus
Donnerstag, 14. Oktober
Workshop zur Charité-Zeitzeugenausstellung im Berliner Abgeordnetenhaus
Donnerstag, 14. bis Sonntag, 17. Oktober
21st European Students’ Conference am Campus Virchow-Klinikum
Freitag, 15. Oktober
Abschluss der Festwoche mit szenischer Lesung „Über die Grenzen des Naturerkennens“ im Maxim Gorki Theater und Abschlussfest im Mensa-Zelt der Humboldt-Universität zu Berlin

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„World Health Summit 2010/2009"

2010

Nach dem Auftakt zum 300jährigen Charité Jubiläum am 15.10.2009 fand der 2. WHS, DER Internationaler Medizin-Kongress in diesem Jahr vom 10. bis 13. Oktober in der eigentlichen Festoche der Jubilare statt.

Projektleitung: Dr. Mazda Adli

Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy organisierte die CharitéUniversitätsmedizin Berlin gemeinsam mit der M8 Alliance of Academic Health Centers and Medical Universities den World Health Summit.

Zum zweiten Mal brachte dieser Gipfel führende Persönlichkeiten aus Medizin, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die wichtigsten Herausforderungen für die medizinische Forschung und Gesundheitsversorgung zu diskutieren und strategische Lösungen zu entwickeln. Der World Health Summit brachte dabei Ergebnisse und Empfehlungen hervor, die Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesundheitssystemen zur Verfügung gestellt werden. Der World Health Summit bot eine einmalige Möglichkeit, weltweit herausragende Persönlichkeiten zu erleben, die Medizin, Forschungs- und Gesundheitspolitik und globale Gesundheitsstrategien rund um die Welt gestalten. In den zahlreichen Diskussionen des World Health Summit war das Ziel die Entwicklung von überzeugenden und zeitnahen Kernbotschaften für die Entwicklung der Innovationsfähigkeit der Medizin und den Umgang mit zentralen globalen Gesundheitsherausforderungen.

Redner des World Health Summit 2010:

  • Francis Collins (Director, US National Institutes of Health)
  • Francoise Barré-Sinoussi (Nobelpreisträgerin 2008)
  • Bernard Kouchner (Außenminister, Frankreich)
  • Christopher A. Viehbacher (CEO, sanofi-aventis)
  • Ada E. Yonath (Nobelpreisträger 2009)
  • Aaron Motsoaledi (Gesundheitsminister, Südafrika)
  • Luc Montagnier (Nobelpreisträger 2008)
  • Philipp Rösler (Bundesminister für Gesundheit, Deutschland)
  • Joe Jimenez (CEO, Novartis)
  • Sir Michael Rawlins (Chairman, NICE, UK)
  • Gilbert Bukenya (Vize-Präsident, Uganda)

http://www.worldhealthsummit.org/

2009

Der internationaler Medizin-Kongress fand 2009 vom 14. bis 18. Oktober unter Beteiligung von Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern und Studierenden statt. Höhepunkt war ein Festakt im Langenbeck-Virchow-Haus zur Eröffnung des Jubiläumsjahres.

Zum Auftakt der Jubiläums-Feierlichkeiten anlässlich ihres 300. Geburtstages begab sich die CharitéUniversitätsmedizin Berlin in den Weltraum. Prof. Karl Max Einhäupl, der Vorstandsvorsitzende der Charité, sprach während des Eröffnungsabends am Donnerstag, den 15. Oktober, in einer Liveschaltung direkt mit den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Anlass ist ein Experiment, das die Forscher an Bord der ISS am gleichen Tag durchführten: Sie erproben das an der Charité unter Federführung von Prof. Hanns-Christian Gunga, dem Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin am Campus Benjamin Franklin, entwickelte „Thermolab“. Dieses Gerät soll auf der Erde in absehbarer Zeit bei medizinisch notwendigen Dauermessungen das herkömmliche Fieberthermometer ersetzen. „Auf der ISS interessiert uns, wie sich die Körpertemperatur unter den besonderen Bedingungen der Schwerelosigkeit entwickelt“, erklärt Prof. Gunga.

Homepage: www.worldhealthsummit.org/

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Kunstmeile / Feldforschungsfestival am 14./15.5. 2010

Übergänge – leben in der Stadt?

1. FeldForschungsFestival_Kultur 2010

"Erleben Sie in 18 Stunden fortlaufendem Programm in und zwischen den beteiligten Häusern, der Akademie der Künste, dem Museum für Naturkunde, dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité und dem Jungen DT, den Stadtraum Berlins neu!"

Das FFF_K basierte auf persönlichen Entdeckungen, unmittelbaren Begegnungen und medial vermittelter Kommunikation mit anderen Orten im Stadt- und Naturraum, grenzüberschreitenden Versuchsanordnungen zwischen innen und außen, nah und fern. Dazu gehörten Installationen, Performances, Vorträge, Dialoge ebenso wie spontane Diskussionsforen,

Workshops, Klang-Aktionen, Interventionen und sich über das gemeinsame Stadtviertel hinweg verbindende thematische Führungen, frei zu wählende Rundgänge und parallel zugängliche Formen überraschend ungewöhnlichen Erlebens.

„Wie wir in den Städten leben wollen“, die zentrale Frage in der Akademie-Ausstellung

„Wiederkehr der Landschaft“ (13. März bis 30. Mai 2010 am Hanseatenweg), bestimmte ebenso das Festival und bezog sich möglichst pragmatisch auf das, was Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, so formuliert: „Der Klimawandel stellt die größte kulturelle Herausforderung der Zukunft dar.“

Das FFF_K zielte auf perspektivisch zu belebende Potentiale, auf verantwortlich zu gestaltende Vielfalt im Umgang miteinander, mit der Umwelt wie mit den Folgen der zu begrenzenden Erderwärmung. Achtsam anregende „Kulturen des Performativen“ und spielerisch-experimentelle „Wandelgänge dialogischer Forschung“ erproben unerwartete Wahrnehmung, Austausch, Wechselwirkung. Kann dies helfen, auch einen positiven Klimawandel zwischen den Menschen zu bewirken?

Das Pilotprojekt startete auf Initiative der Akademie der Künste als Kreativbündnis, ist eine Kooperation mit den genannten Partnern – wichtige Einrichtungen, Hochschulen und Einzelpersönlichkeiten. Neben Programmangeboten in den beteiligten Kulturinstitutionen lädt dieses Netzwerkprojekt ein zu künstlerisch-wissenschaftlichen Erkundungen des zwischen den Häusern in Berlin-Mitte liegenden Stadtquartiers. Willkommen sind Neugier und Wagemut, sich auch zu ungewohnten Zeiten einmal anders auf den Weg zu machen und selbst zu beteiligen.

Programm

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Akademischer Festakt 16.5.2010

Verleihung der Ehrendoktorwürde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 300 jährigen Jubiläum.

Vollständiges Programm

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Tour de Charité und Mitarbeiterfest am 4. September 2010

Über 650 Radlerinnen und Radler starteten am Samstag den 4. September 2010 zur "Tour de Charité". Los ging es vom CBB um 11 Uhr mit dem Vorsitzenden der Stiftung Charité, Prof. Ganten, vom CBF um 12 Uhr mit dem Direktor des Klinikums, Matthias Scheller, und vom CVK um 13 Uhr mit dem Vorstandsvorsitzenden, Prof. Einhäupl, an der Spitze.

Die Ankunft der drei Teams war gegen 14 Uhr am Standort der Charité in Mitte vor der Anatomie. Für die Stärkung unterwegs wurde auf den beiden längeren Strecken im Pankower Bürgerpark und auf dem Bayerischen Platz gesorgt. Die kürzere Tour vom Campus Virchow-Klinikum war besonders für Kinder geeignet. Sie verlief entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und querte nur zweimal eine befahrene Straße.

Direkt nach der Sternfahrt begann ab 14 Uhr das Mitarbeiterfest am Campus Charité Mitte auf den Wiesen vor der Anatomie, Eingang Philippstraße 12-13. Alle Beschäftigten der Charité und der CFM, deren Familienangehörige und Freunde sowie unsere Studierenden waren dazu herzlich eingeladen.

Strecke Buch

Strecke Virchow

Strecke Benjamin Franklin

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Theaterprojekte

Szenische Lesung 

Eine Kooperation von Charité und Maxim-Gorki-Theater über die Geschichte der Charité, gespielt an einem Theaterabend im Gorki-Theater zum Abschluss der Festwoche am 15. Oktober 2010.

 

Über die Grenzen des Naturerkennens

2010 ist für die Berliner Wissenschaftslandschaft ein bedeutsames Jahr: Charité und Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften werden 300, die heutige Humboldt-Universität 200 Jahre alt. Das Gebäude des Maxim Gorki Theaters Berlin war seit seiner Errichtung ein Fenster der Wissenschaft hin zu einer interessierten Öffentlichkeit. In Form einer szenischen Lesung wissenschaftlicher Texte aus drei Jahrhunderten gratuliert das MGT seinen Nachbarn. Wissenschaft zwischen Utopie und Verortung: Die Auswahl konzentriert sich thematisch einerseits auf den utopischen Anspruch der Wissenschaft, Grenzen überwindender Erkenntnisraum zu sein und konfrontiert die Formulierung dieser Ziele mit deren konkreter Realisierung, bzw. dem Scheitern an ideologischen und politischen Parametern

Carl Djerassis' "Taboos"

Carl Djerassi, Romanautor, Dramatiker und emeritierter Professor für Chemie an der Stanford University, ist ein in Wien geborener amerikanischer Naturwissenschaftler und einer der höchstausgezeichneten Chemiker weltweit.

Bekannt ist er vor allem als „Vater“ (oder, wie er gerne sagt, als „Mutter“) der Pille. 1973 erhielt er die National Medal of Science für die erste Synthese eines steroidalen oralen Kontrazeptivums (der "Pille").  Für seine Forschungstätigkeit wurde er mit zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen und mehr als 20 Ehrendoktoraten geehrt. 2009 erhielt er den Ehrendoktortitel Technischen Universität Dortmund für sein literarisches Werk. Taboos ist das sechste von bislang insgesamt sieben Theaterstücken aus der Feder von Carl Djerassi.

Mit Taboos greift Djerassi das Sexualverhalten im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und die bevorstehende Trennung von Sex und Fortpflanzung auf. Sex steht wie gewohnt für Liebe, Lust oder Neugier, während sich die Fortpflanzung zunehmend mittels „alternativer“ Methoden unter dem Mikroskop vollzieht. Die miteinander verwobenen soziokulturellen Veränderungen, die diese Vorgänge implizieren, stellt Djerassi, hier mehr denn je agent provocateur, in den Mittelpunkt seines neuen Theaterstücks.

 

Eine Kooperation von Charité und Maxim-Gorki-Theater über die Geschichte der Charité, gespielt an einem Theaterabend im Gorki-Theater zum Abschluss der Festwoche am 15. Oktober 2010.

Programm

Corpus - Körperbilder

ein Theaterprojekt mit Jugendlichen, Experten und Schauspielern am Deutschen Theater in Kooperation mit der Charité. In eine szenische Arbeit wollen wir die CHARITÉ als (vermeintliche?) Reibungsflächeund als Gegenpol etablieren. Die Charité - in unmittelbarer Nähe zum DT gelegen -feiert 2010 ihren 300. Geburtstag. In einem medizinischen Hörsaal, wie ein altes Amphitheater gebaut (Robert-Koch-Hörsaal), werden wir einen Pathologen und einenPsychiater einladen über ihre Sicht auf den Körper zu sprechen, uns von Normalitätund Krankheit, Schönheit und Tod aus seiner Perspektive zu erzählen.

Programm

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Gesundheitsstadt Berlin

Veranstalter:Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.

300 Jahre Charité - Ihre Rolle in der Gesundheitsstadt Berlin, war der Titel einer Veranstaltung am 17. März im Rahmen der 300-Jahresfeier der Uni-Klinik. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Landesbank Berlin im Max Liebermann Haus am Brandenburger Tor statt.

Als Podiumsteilnehmer waren zu Gast:  Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Prof.  Dr. Manfred Erhardt, Senator a.D., Präsident der Schiller Gesellschaft, Dr. Wolfgang Plischke, Vorstand des VFA, Prof. Dr. W.-Dieter Paar, Medizinischer Direktor, Sanofi-Aventis GmbH, Berlin, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin. Moderiert wurde der Abend von Christine Burtscheidt, Süddeutsche Zeitung.

Nach den Grußworten von Herrn Jänichen, dem Leiter des Geschäftsbereich Firmenkunden der Berliner Sparkasse/Landesbank Berlin, und  Herrn Dr. Steinke vom Berliner Wirtschaftsgespräche e.V., hob Prof. Erhardt im Rahmen eines Impulsreferates unter den Stichworten Anamnese, Diagnose, Therapie zunächst die herausragende internationale und nationale Stellung der Charité als Europas größtes Uni-Klinikum hervor. Die Charité habe von außen betrachtet einen außerordentlichen Leuchtturmcharakter, dieser würde in Berlin zu selten wahrgenommen, bedauert Prof Erhardt. Das Management habe seine Arbeit bisher sehr gut erledigt. Die „schwarze Null“ werde nach einem harten Sparkurs aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 2011 erreicht sein. Trotz des guten Managements fehle es dem Betrieb allerdings an den unternehmerischen Freiheiten. Die chronisch strukturelle Unterfinanzierung sei nicht sachgerecht, sondern politischer Natur. Der Sanierungs- und Investitionsbedarf sei inzwischen  riesig: Die Bugwelle, die die Charité vor sich her schiebe, habe ein Investitionsvolumen von 636 Mio. Euro erreicht. Der erforderliche Investitionszuschuss aus dem Landeshaushalt müsste jährlich mindestens 100 Mio . Euro betragen, um die notwendigen Investitionen tätigen zu können. Gegenwärtig betrage er aber nur 32 Mio. Euro, das sei im Vergleich zu anderen Universitätskliniken viel zu wenig. Dem Land fehle es an der Prioritätensetzung im Haushalt, so Erhardt. Sein Therapievorschlag sehe vor, die landeseigenen Kliniken unter das Dach einer Stiftung öffentlichen Rechts und somit in eine neue Rechtsform zu führen. Die Charité wäre in dieser Konstruktion das Stiftungsunternehmen oder aber eine Körperschaft, die von der Stiftung getragen werden könnte. Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes müsste  eine eigenständige privatrechtliche Gesellschaft bleiben, Gesellschafterin müsste dann in jedem Fall entweder die Stiftung oder die Körperschaft sein. Es würde eine ganz klare Zuordnung von Universitätsmedizin und Krankenversorgung ohne die Besonderheiten der Universitätsmedizin entstehen. Dies würde eine  klare Zuordnung mit sich bringen. Den Stiftungsratsvorsitz sollte der Regierende Bürgermeister übernehmen, damit er die Entwicklungen direkt persönlich mitgestalten kann.

Die thematische Einführung von Prof. Erhardt bot im weiteren Verlauf viel Anlass für die Diskussion. Prof. Zöllner, der die Senatspolitik zu vertreten hatte, hob zunächst hervor, dass die Politiker die Verantwortung zu  tragen haben, den  Einsatz der beschränkten Landesmittel im Interesse der Berliner zu steuern. Es gehe nicht um 10 oder 20 Millionen Euro, sondern um viel mehr Geld der Bürgerinnen und Bürger. Er habe allerdings noch nie bezweifelt, dass die Charité eine langfristige Perspektive brauche. Ob das Stiftungsmodell eine richtige Antwort auf die Frage der Zunftsfähigkeit sei, ließ er allerdings offen. Berlin müsse sich überlegen, wie groß die Charité zukünftig sein soll, daran könne man die langfristigen Planungen orientieren. Wissenschaftssenator Zöllner rechnete vor, dass für Bauinvestitionen und für den Erwerb von Großgeräten langfristig in den Landeshaushalt Mittel in einer Größenordnung von ca. 90 Mio. Euro eingestellt sein müssen. Wenn die Stadt nicht bereit sei, diese Investitionen zu tätigen, habe die Charité keine Zukunft.   

Dr. Plischke hob die wichtige Rolle der Wissenschaft für die Wirtschaft hervor. Berlin sei ein wichtiger Gesundheitsstandort mit internationalem Ruf, der ein Zugpferd brauche. Dieses könne die Charité voll und ganz sein, wenn ihre Exzellenz erhalten und ausgebaut werde. Es gibt eine Vielzahl von Kooperationen beispielsweise in der klinischen Forschung zwischen der Pharmaindustrie und der Wissenschaft, ohne die es die heutige hervorragende Versorgung mit Heilmitteln nicht geben würde. Das alle funktioniere in Zukunft nur, wenn wir die Charité als Leuchtturmorganisation in Berlin erhalten und vor allem ausbauen.   Herr Plische betonte, dass in der Stadt und in der Wirtschaft genug Geld sei, welches nur in die Charité fließen müsse.

Auch Prof. Paar stellte heraus, dass sein Unternehmen mit der Charité eng zusammen arbeite. Denn die räumlich günstige Situation in Berlin sei einmalig, diese Lage biete für die Kooperation bei der Aufklärung von Krankheiten beispielsweise durch klinische Studien und der Grundlagenforschung größtes Potential.  

Dr. Schweitzer deutete nochmals die wichtige Rolle der Gesundheitswirtschaft für Berlin an: Allein in den beiden Unternehmen Charité und Vivanten zusammengenommen seien 26 Tausend Menschen Beschäftigt. Zudem sei die Pharma stark in Berlin. Wir müssten uns die Frage stellen, ob wir richtig aufgestellt sind. Ein Blick in die gegenwärtige Senatspolitik lasse ihn daran zweifeln:  Die für eine Reform zuständigen Senatoren Jürgen Zöllner (SPD, Wissenschaft), Katrin Lompscher (Linke, Gesundheit) und Ulrich Nußbaum (parteilos, Finanzen) sprächen nicht mit einer Stimme. Dr. Schweitzer warnte: „Wenn es jetzt vor den Wahlen wieder zu einer Vertagung der Lösung der Probleme kommt, wäre das für den Wirtschaftsstandort eine Katastrophe.“ Die Politik solle sich seiner Auffassung nach nicht in der Detailplanung verstricken, sondern eine Gesamtstrategie erarbeiten, die den Unternehmen eine langfristige Planung ermögliche. Für ihn sei der Übergang zur Kapitalmarktfähigkeit  in der Organisationsform einer Holding die richtige Strategie zur Beschaffung neuer Gelder. Die Charité müsste mit Vivantes unter dem international bekannten Namen Charité zusammenaufgestellt werden. Drei Säulen könnten entstehen: Universitätsmedizin, stationäre Krankenversorgung und  Verwaltung. Zusätzliche Drittmittel könnten durch die enge Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie eingeworben werden. Während Unternehmen in der freien Wirtschaft kreditfähig sind und Geld nach ihrem Investitionsplan einsetzen können, "muss die Charité für einen neuen Farbdrucker ins Abgeordnetenhaus gehen". Die Abhängigkeit vom Abgeordnetenhaus müsse seiner Meinung nach entfallen.

Prof. Einhäupl machte die Notwendigkeit der Sanierung bildlich: „Die Charité ist 300 Jahre alt. Und das sieht man ihr weiß Gott an." Die Schreckensmelden häufen sich: „Mal explodiert ein Trafo, dann platz ein Heizkörper, und OP-Sälen drohen die Schließung“ Wenn es erst eine Entscheidung nach den Abgeordnetenhauswahlen 2011 geben sollte, wäre die Charité am Ende, so der Vorstandsvorsitzende.

Die Runde von Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsvertretern im Haus Liebermann war sich einig: Berlin müsse die Charité finanziell besser ausstatten, die dauerhafte Festschreibung der Investitionen des Landes in Höhe von 90 Mio. Euro böte der Charité eine Perspektive. Es steht allerdings zu befürchten, dass der Senat  keine Lösung vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2011 findet. Wissenschaftssenator Zöllner hat hierzu angekündigt, dass, zumindest die notwendigen jährlichen Investitionsraten von 90 Millionen Euro bereitgestellt werden, das wird noch vor der Sommerpause geklärt sein, dafür setze er sich ein. (Dietmar Erdmeier, Projektleiter Gesundheitspolitik des Berliner Wirtschaftsgespräche e.V)

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Berlin trifft Singapur

Berlin trifft Singapur

Die Berliner Charité leidet unter einem massiven Mangel an Investitionen- ihr traditionsreiches Fundament droht sogar im wahrsten Sinne des Wortes "abzubröckeln". 640 Millionen Euro für die Sanierung der Standorte muss das Land Berlin bereitstellen, weitere 100 Millionen Euro müssen darüber hinaus für die Instandhaltung und Modernisierung jährlich im Landeshaushalt zur Verfügung gestellt werden, so die einhellige Meinung. Ob das angesichts der knappen Haushaltskasse der Stadt zu verwirklichen ist, bleibt fraglich. Der Berliner Senat und das Klinikmanagement sehen sich vor großen Herausforderungen.

Neben der Sicherstellung des medizinischen Versorgungsauftrags geht es um die Zukunft der exzellenten international führenden Forschungsbereiche der Lebenswissenschaften.  Das Jubiläumsjahr zu Ehren der 300 Jahre alten Charité nähert sich dem Ende. Wir wollen an diesem Tag gemeinsam über die großen Herausforderungen zur Wahrung dieses wichtigen medizinischen Dienstleisters, Arbeitgebers und international erstklassigen Forschungsstandorts diskutieren. Zu fragen wird sein, wie viel Berlin medizinische Versorgung, Wirtschafts- und Forschungsstandort der Charité wert sind. Wo lassen sich Prioritäten setzen, wo und wie lassen sich Synergie- Effekte in der Gesundheitslandschaft Berlin nutzen.

Programm

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Alumni Treffen

Am 9. Oktober 2010 fand im Rahmen der Festwoche der Charité ein Treffen ehemaliger Studenten, Mitarbeiter und Professoren statt.

Programm

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Gesundheitskongress: Für die Gesundheit

Im Rahmen des 300-jährigen Jubiläums der Charité in diesem Jahr, blicken auch die anderen Krankenhäuser der Stadt auf ihre Geschichte zurück. Unter dem Motto "Für die Gesundheit-300 Jahre Krankenversorgung in Berlin" veranstalten Berlins Kliniken gemeinsam mit der Berliner Krankenhausgesellschaft einen hochkarätig besetzten Kongress. Nehmen sie teil an einer einmaligen Vortragsreihe über die Entwicklung der Krankenversorgung in Berlin.

Die Referenten spannen einen eindrucksvollen geschichtlichen Bogen von der Gründung erster Krankenhäuser über die Patientenversorgung im 1. und 2. Weltkrieg und die medizinsiche Versorgung in der geteilten Stadt bis in die Gegenwart.

Programm

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Neurowissenschaftlicher Kongress

In der Festwoche der Jubilare vom 6. - 15. Oktober 2010 veranstalteten die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) und die Einsteinstiftung gemeinsam am 8. Oktober 2010 im Langenbeck-Virchow-Haus für die Charité einen Jubiläumskongress unter dem Titel

"Fühlen – Denken - Handeln: Dominiert die Neurowissenschaft unser Menschenbild?"

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Pflegesymposium

Die Pflicht zur Wahrung der Selbstbestimmung und das Ermöglichen des würdevollen Sterbens am Ende des Lebens sind Themen, denen eine hohe gesellschaftliche Wertigkeit zukommt und die das Wesen ethischen Handelns in der Pflege ausmachen. In der Pflegepraxis findet das Thema Ethik, gemessen an Aufgaben, die Kostendruck und Strukturveränderungen im Gesundheitswesen hervorrufen, nicht die ihr  zustehende Bedeutung. Damit sind in der Gestaltung der pflegerischen  Beziehung am Ende des Lebens Pflegende in besonderer Weise gefordert.

Das Pflegesymposium an der Charité- Universitätsmedizin Berlin war sich der Bedeutung dieses Themas bewusst und stellte es daher in den Fokus der diesjährigen Veranstaltung.

Programm

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Schulprojekt "Zeitreise Charité"

Ein Schulprojekt, in dem Berliner Gymnasien anhand historischer Gebäude und Epochen die Geschichte der Charité an allen 4 Campi vorstellten. Die besten Arbeiten, die als 5. Prüfungskomponente der Abiturjahrgänge 2009 und 2010 anerkannt wurden, wurden prämiert und öffentlich präsentiert. Hieraus wurden Informations- und Gedenktafeln für die Gebäude entwickelt.

Berlin beging 2010 das Wissenschaftsjahr. Bedeutende Anlässe dazu waren der 300ste Geburtstag der Charité, das 200jährige Bestehen der Humboldt-Universität und der 300ste Jahrestag der Satzung der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

 Die Charité wollte der Öffentlichkeit, insbesondere der Berliner Bevölkerung, ihre wechselvolle Geschichte nahe bringen. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung und Wissenschaft wurden daher Schüler motiviert, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Sie stellte zu diesem Zweck einen Themenpool zur Verfügung, welcher als Grundlage für Seminarkurs-Arbeiten, z. B. in den Fächern Politikwissenschaft, Geschichte, Biologie, Geographie oder Physik und als 5. Prüfungskomponente genutzt werden konnte.

Ziel des Projektes war es, einzelne Aspekte der Charité-Geschichte, insbesondere einzelner Gebäude zu bearbeiten. Diese befinden sich am historischen Standort in Berlin Mitte sowie an den 1997 und 2003 dazugekommenen Standorten im Wedding, in Buch und in Steglitz.

Themenliste

Video von der Prämierungsveranstaltung

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Workshop: Zeitzeugenausstellung

workshop: Die Charité und die Staatssicherheit

Die Berliner Charité stand als führende medizinische Einrichtung der DDR unter besonderer Beobachtung durch die Staatssicherheit, auch wegen ihrer Lage nahe der Berliner Mauer. Lehre und Forschung, Personal und Patienten wurden intensiv überwacht, nicht Wenige waren Repressionen ausgesetzt. Wie stellte sich die Charité nach 1989 dieser Vergangenheit?

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Tag der Charité in der Weltwissenausstellung

WeltWissen Vorlesung für Kinder

Prof. Curio | Das seltsame Kino im Kopf – Wie unser Hirn Trugbilder erzeugt Vorlesung über optische Illusionen

„Zum Leben erweckt…"

Prof. Göbel, Frau Kazunko | Wissenschaft und Kunst im Projekt

Wissenswege - Medizin und Visualisieren

Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Charité, Prof. Einhäupl

Prof. Schnalke: Bilder in der Medizin. Eine historische Einführung ins Thema

Prof. Digweed: Gene und ihre Aktivität sichtbar gemacht

Prof. Kalache: Das werdende Leben im 3D- und 4D-Ultraschall

Prof. Dietel, Prof. Hufnagl: Digitale Schnittbilder. Zu den Möglichkeiten der Telemedizin in der Pathologie

Frau Prof. Schulz-Menger: Bilder vom schlagenden Herz im MRT

Prof. Hayne: Die neuesten Bilder vom Gehirn

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