300 Jahre Charité - Die Evolution der Medizin

Die zentrale Ringvorlesung zum 300-jährigen Jubiläum der Charité unter dem Titel "300 Jahre Charité - Die Evolution der Medizin" präsentierte die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Charité, reflektierte deren lebenswissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung und diskutierte damit verbundene Kontroversen.

Die Vorlesungen fanden während des Semesters am ersten Mittwoch des Monats statt und stießen mit durchschnittlich 80-100 Besuchern auf großes Interesse.

6. Mai 2009 "Evolution des Menschen - Ein neues Verständnis vom Leben, Gesundheit und Krankheit"

Ist der Mensch biologisch überhaupt für das moderne Leben geeignet? Mit dieser Frage eröffnet die CharitéUniversitätsmedizin Berlin ihre diesjährige Ringvorlesung. Die Veranstaltungsreihe trägt den Titel „300 Jahre Charité – Die Evolution der Medizin“ und soll die Berliner auf den im kommenden Jahr bevorstehenden runden Geburtstag der Charité einstimmen. An drei Abenden im laufenden Sommer- und vier Ringvorlesungen im Wintersemester werden wissenschaftliche Schwerpunkte der Charité präsentiert, die auch für die allgemeine Öffentlichkeit von besonderem Interesse sind und die eventuell gesellschaftliche Kontroversen auslösen. Neben führenden Charité-Forschern gestalten namhafte Juristen, Philosophen und Psychologen auch von anderen Universitäten das Programm.

Für die Eröffnung der Ringvorlesungen am Mittwoch, den 6. Mai konnte die Charité den Theologen und Moralphilosophen Prof. Richard Schröder gewinnen. Prof. Schröder prägte an führender Stelle die deutsche Einheit und bringt sich seither als Präsident der Deutschen Nationalstiftung und Mitglied des Nationalen Ethikrats immer wieder in gesellschaftliche Debatten ein. Mit ihm wird sich Prof. Karl Sperling vom Institut für Humangenetik der Charité der Diskussion um den christlichen Schöpfungsbegriff und die genetisch bedingten Möglichkeiten der evolutionären Medizin und  eines neuen Verständnisses von Gesundheit und Krankheit stellen. Die Moderation übernimmt  Prof. Detlev Ganten, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Charité.

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3. Juni 2009 "Biologischer Determinismus - Das neue Menschenbild der Medizin"

Haben wir überhaupt einen freien Willen? Oder werden alle Entscheidungen von unseren Genen bestimmt? Diese Fragen werden in der zweiten Ringvorlesung der CharitéUniversitätsmedizin Berlin zum Thema „Biologischer Determinismus – Das neue Menschenbild der Medizin?“ erörtert. Den verschiedenen Aspekten des Problems stellen sich Prof. John Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin, der Mainzer Philosoph Prof. Thomas Metzinger, der Hamburger Rechtswissenschaftler Prof. Reinhard Merkel und Prof. Thomas Meyer-Lindenberg, Leiter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. Die Moderation übernimmt der Vorstandsvorsitzende der Charité Prof. Karl Max Einhäupl. Im Anschluss an die Vorträge werden die einzelnen Perspektiven diskutiert.

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1. Juli 2009 "Pharmakogenetik - Der Weg zur maßgeschneiderten, personalisierten Arzneitherapie"

Am Mittwoch, den 1. Juli fand im Langenbeck-Virchow-Haus die 3. Veranstaltung im Rahmen der zentralen Charité Jubiläumsringvorlesung statt. Dieses Mal ging es um Pharmakogenetik, ein etwas Medizin spezielleres Thema, als in den zwei vorangegangenen Ringvorlesungen. Welche Genvarianten ein Patient in sich trägt, entscheidet oft über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit einer Arzneitherapie. Auch schwere Nebenwirkungen lassen sich nicht selten auf die individuellen Gene des Patienten zurückführen. Die Pharmakogenetik hat bei vielen Volkskrankheiten ein enormes Potenzial für eine wirksamere und nebenwirkungsärmere Arzneitherapie.Jedem Patienten die beste Chance geben. Das war das Thema des Einstiegsreferates von Prof. Ivar Roots.

Wie die molekulare Grundlagenforschung die personalisierte Arzneitherapie möglich macht, erläuterte Prof. Urs A. Meyer. Und Beispiele für die pharmakogenetisch optimierte Arzneitherapie wurden im Redebeitrag von Prof. Ingolf Cascorbi gegeben.Durch den Abend führten Prof. Jürgen Gallinat von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité.

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7. Oktober 2009 "Neueste Ansätze in den Neurowissenschaften- Auf der Suche nach der Seele"

Die vierte Vorlesung aus der Reihe „300 Jahre Charité- Evolution der Medizin“ widmete sich den Erkenntnissen, die die moderne Hirnforschung über die biologischen Hintergründe unseres Gefühlslebens liefert. Der Mensch ist zu einer unendlichen Vielfalt von Gefühlsregungen fähig: Wut, Trauer, Freude - sie alle werden der menschlichen Seele zugeordnet.

Der Vorstandsvorsitzende der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Prof. Karl Max Einhäupl, eröffnete die Veranstaltung und führte durch den Abend. Zwei verschiedene Aspekte dieses breiten Themenspektrums erörterten die Referenten Prof. Henrik Walter von der Universitätsklinik Bonn in seinem Vortrag „animal emotionale: Zwischen Lust und Last“ und Prof. Stefan Koelsch von der University of Sussex mit „Neuronale Korrelate von Emotion mit Musik“.

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4. November 2009 " Intensiv- und Palliativmedizin- Am Lebensende"

Beide Referenten haben in beeindruckender Weise in ihren Vorträgen über
"Intensivmedizin - Kampf mit allen Mitteln" (Prof. Frei) und "Palliativmedizin- Sterben ohne Schmerzen" (Dr. Kopf) die gemeinsame Schnittmenge beider Disziplinen und die hohen etischen Grundsätze Ihrer Arbeit herausgestellt.

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2. Dezember 2009 "Wege in die Zukunft- Die alternde Gesellschaft"

Die Dezemberveranstaltung stand unter Leitung von Frau Professor Adelheid Kuhlmey und hatte die immer mehr alternde Gesellschaft zum Thema.

Eine hohe Lebenserwartung ist eine der Hoffnungen, die jeder hat. Eine alternde Gesellschaft ist aber auch eine Herausforderung für das soziale Gefüge der Gesellschaft und besonders für die Gesundheitsversorgung. Um die Probleme einer immer älter werdenden Bevölkerung zu meistern, muss das Gesundheitssystem ihren Bedürfnissen angepasst werden.

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6. Januar 2010 "Gesundheitsökonomie- Was leisten wir uns?"

Jeder wünscht sich für den Fall einer ernsten Erkrankung eine umfassende medizinische Versorgung, doch die Möglichkeiten der Medizin übersteigen oftmals den finanziellen Rahmen, den die Krankenkassen einhalten müssen. Was können und wollen wir uns die Gesundheit künftig kosten lassen? In dieser Veranstaltung diskutierten zwei führende Gesundheitsforscher die medizinischen, ökonomischen und politischen Perspektiven eines möglichst freien „Gesundheitsmarktes“ gegenüber einer staatlichen Regulierung.

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7. April 2010 " Transplantation und Organspende"

Der Mangel an Spenderorganen und das Desinteresse an Organspenden war ein zentrales Thema der Ringvorlesung "300 Jahre Charité Berlin" zum Thema Transplantation und Organspende. Der Mitschnitt zeigt Prof. Neuhaus, Transplantationschirurg, der genau diese Problematik aufgreift.

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2. Juni 2010 " Kein Ende der Infektion- Weder in Deutschland noch weltweit"

Tuberkulose: Wiedererwachen einer beinahe vergessenen Erkrankung
Prof. S.H.E. Kaufmann

Influenzaviren auf dem Weg vom Tier zum Menschen
Prof. H.D. Klenk

Entwicklung und Ausbreitung der Antibiotikaresistenz - ein Modellfall der Evolution
Prof. Witte, RKI

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7. Juli 2010 " Onkologie-Forschung-Tumorimpfung"

In der Ringvorlesung wird über Forschungsergebnisse berichtet, die zu neuen Therapieansätzen in der Behandlung bösartiger Tumoren führen werden. Prof. Peter H. Krammer, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, ist ein herausragender Wissenschaftler, der die Mechanismen des "programmierten Zelltodes" erforscht. Genetische Schäden können eine Zelle zur Gefahr für den Organismus werden lassen. Schutz dagegen bietet ein Todesprogramm, das geschädigte Zellen in den Freitod treibt. Dieser Mechanismus funktioniert in den meisten Tumorzellen nicht mehr. Prof. Krammer wird neue Substanzen vorstellen, welche die Fähigkeit zum kontrollierten Selbstmord wiederherstellen und in der Lage sind, Tumorzellen in den Tod zu treiben.

Prof. Peter M. Schlag, Charité Comprehensive Cancer Center, wird sowohl die historischen Dimension der Tumorforschung an der Charité darstellen als auch ein mit großen Hoffnungen verbundenes Forschungsprojekt vorstellen, an dem neben der Charité weitere Berliner Forschungsinstitute wie Max-Planck-Institute und das Max- Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin sowohl internationale akademische Einrichtungen wie die Harvard Medical School beteiligt sind. Im Rahmen des Projektes TREAT1000 (Tumor Research and Treatment of 1000 Patients) werden aus Tumorgewebsproben das Genom/Transkriptom von Tumor und Tumorträger sequenziert sowie patientenspezifisch Tumorstammzellen isoliert und charakterisiert. Die Ergebnisse lassen erwarten, dass neuartige auf den individuellen Patienten zugeschnittene Therapiemethoden entqickelt werden.

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13. Oktober 2010 " Früherkennung und Frühintervention: Früher oder später- Molekulare Diagnostik"

Begonnen im Mai 2009 mit der Auftaktveranstaltung zum Thema "Evolution des Menschen- ein neues Verständnis vom Leben, Gesundheit und Krankheit", erfreut sich die Vorlesungsreihe immer größerer Beliebtheit. Als krönenden Abschluss findet nun die letzte Veranstaltung "Früherkennung und Frühintervention: Molekulare Diagnostik" am 13. Oktober statt.

Dem Abend vorangestellt wird die Prämierung der Abiturienten der Jahrgänge 2009 und 2010, die sich am Schulprojekt "Zeitreise Charité" mit einer Prüfungsarbeit beteiligt haben.

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