Die Jubilare im Wissenschaftsjahr Berlin 2010

Im Jahr 2010/11 nahm die Berliner Wissenschaft die Jubiläen von fünf der ältesten und renommiertesten Wissenschaftseinrichtung Berlins zum Anlass, ein gemeinsames Berliner Wissenschaftsjahr zu feiern: 350 Jahre Staatsbibliothek zu Berlin, 300 Jahre CharitéUniversitätsmedizin Berlin, 300 Jahre Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften – erstes Statut von 1710 und deren Eröffnung 1711 –, 200 Jahre Humboldt-Universität zu Berlin und 100 Jahre Max-Planck-Gesellschaft – Gründung der Vorläuferorganisation, Kaiser-Wilhem-Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr Berlin 2010 wurde durch das Engagement und die Beteiligung zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtungen ermöglicht und gestaltet. Die Jubilare richteten die zentralen Veranstaltungen aus.

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Charité wurde im Jahre 1710 als Pesthaus am Rande Berlins gegründet und als Armenhaus und Garnisonslazarett genutzt. Heute zählt die Charité zu den größten Universitätskliniken Europas. Hier forschen, heilen und lehren Ärzte und Wissenschaftler auf internationalem Spitzenniveau. Über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie stammen aus der Charité, unter ihnen Emil von Behring, Robert Koch und Paul Ehrlich. Weltweit wird das Universitätsklinikum als ausgezeichnete Ausbildungsstätte geschätzt. Der Campus verteilt sich auf vier Standorte, zu denen über 100 Kliniken und Institute, gebündelt in 17 Charité Centren, gehören. Mit ca. 14.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die Charité rund eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr und ist damit einer der größten Arbeitgeber Berlins.

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Humboldt-Universität zu Berlin

Forschung und Lehre, aufs Engste verbunden, die Freiheit der Wissenschaft und Persönlichkeitsformung, das waren die Leitbilder Wilhelm von Humboldts, als er die Berliner Universität 1810 gründete. Diese zukunftsweisende Konzeption ist ein Vorbild der modernen Universität schlechthin geworden – und die Humboldt-Universität zu Berlin mit ihr zum „modernen Original“. Heute beginnen jedes Jahr 3.000 bis 5.000 junge Menschen ihre Hochschulausbildung an der Humboldt-Universität und werden dabei von über 400 Professorinnen und Professoren betreut. 29 Nobelpreisträger, eine regelmäßige Platzierung auf einem der ersten zehn Plätze in nationalen Forschungsrankings und nicht zuletzt die in der Exzellenzinitiative des Bundes erfolgreichen drei Exzellenzcluster sowie fünf Graduiertenschulen belegen, dass die Humboldt-Universität zu den führenden Forschungsuniversitäten Deutschlands zählt.

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Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist eine Fach-und Ländergrenzen überschreitende Vereinigung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Als integrative Institution vernetzt sie die Wissenschaften regional, national und international. Die rund 30 wissenschaftlichen Akademienvorhaben – Wörterbuchprojekte, Editionen, Dokumentationen und Bibliographien –machen sie zur größten außeruniversitären Forschungseinrichtung mit geisteswissenschaftlichem Profil in der Region Berlin-Brandenburg. Mit interdisziplinären Arbeitsgruppen leistet sie einen aktiven Beitrag zur Politik- und Gesellschaftsberatung. Auf unterschiedlichen Ebenen führt sie den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Sie blickt auf eine über 300jährige Geschichte zurück: Im Jahr 1710 wurde das erste Statut der Kurfürstlich Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften erlassen und im selben Jahr erschien auch der erste Band der von Leibniz gegründeten wissenschaftlichen Publikationsreihe "Miscellanea Berolinensia". Im Januar 1711 schließlich wurde die Sozietät feierlich eröffnet. Als Preußische Akademie der Wissenschaften gelangte sie weltweit zu Ruhm und Ansehen. Im Sommer 1992 wurde in ihrer Tradition die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften neukonstituiert.

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Staatsbibliothek Berlin

Im Jahr 2011 begeht die Staatsbibliothek zu Berlin ihr 350jähriges Gründungsjubiläum. Sie ist Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, welche von allen Ländern und dem Bund getragen wird. Als größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands ist sie ein Zentrum der nationalen und internationalen Literaturversorgung. Über 10,7 Millionen Bände umfasst allein ihr seit knapp 350 Jahren gewachsener Druckschriftenbestand, hinzu kommen über 2,2 Millionen weitere Druckwerke und andere oft unikale Materialien in den Sondersammlungen - abendländische und orientalische Handschriften, Musikautographe, Autographe und Nachlässe, Karten, historische Zeitungen - sowie mehr als 10 Millionen Mikroformen und eine ständig wachsende Zahl an Datenbanken und anderen elektronischen Ressourcen. Für die modernen Sammlungen mit Schwerpunkten bei den Geistes- und Sozialwissenschaften wird wissenschaftlich relevante Literatur in inhaltlich tiefer Staffelung beschafft. Neben dem kontinuierlichen Erwerben und Bewahren von Literatur aus allen Zeiten, allen Ländern, allen Sprachen sowie in jeder Form ist deren Erschließung und Nutzbarmachung zentrale Aufgabe der Bibliothek.

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Max-Planck-Gesellschaft

Die Max-Planck-Gesellschaft feiert 2010 die Gründung ihrer Vorläuferorganisation, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Diese wurde am 11. Januar 1911 als neuartige Forschungsorganisation in Berlin ins Leben gerufen So entstand das sogenannte „Berliner Oxford“ in Dahlem, welches sich anhand reiner Grundlagen-Forschungsinstituten ohne Verpflichtung zur Lehre präsentierte. Insgesamt 32 Nobelpreisträger hat die Max-Planck-Gesellschaft als Folgeinstitution seitdem hervorgebracht. Sie ergänzt die Arbeit der Universitäten und anderer Forschungsinstitutionen auf wichtigen Forschungsfeldern. Ihre Institute sind drei Sektionen zugeordnet: Der chemisch-physikalisch-technischen, der biologisch-medizinischen sowie der geistes-, sozial- und humanwissenschaftlichen.

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